SORMAS-Anbindung: Was hinter der Schnittstelle steckt

Die Anbindung an SORMAS klingt nach einer Zeile in der Featurelist. In Wirklichkeit ist sie eines der komplexesten Compliance-Projekte, das wir je gebaut haben.

Von robell

SORMAS — das Surveillance Outbreak Response Management and Analysis System — wird vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung entwickelt und ist in zahlreichen Gesundheitsämtern in Deutschland im Einsatz. Wer Kontaktnachverfolgungsdaten an Gesundheitsbehörden übermitteln will, muss SORMAS-kompatibel sein.

Drei technische Ebenen

1. Authentifizierung: Jedes Gesundheitsamt hat eigene Credentials und Zertifikatsketten. Unsere Implementierung handhabt OAuth2-Flows, Token-Rotation und Fallback auf Basic-Auth, falls eine Behörde noch auf älteren SORMAS-Versionen läuft.

2. Datenmapping: SORMAS hat ein eigenes Datenmodell für Personen, Ereignisse, Kontakte und Stichproben. Wir haben einen Adapter gebaut, der unsere internen Strukturen in das SORMAS-Schema übersetzt — mit kompletter Audit-Trail, damit jede Transformation rückverfolgbar bleibt.

3. Asynchrone Übermittlung: Im Krisenfall ist das letzte, was eine Behörde gebrauchen kann, ein Synchron-Aufruf, der den ganzen UX-Flow blockiert. Unsere Anbindung schiebt Übermittlungen über eine Queue, mit Retry-Logic und Dead-Letter-Channel für Fehlerfälle.

Was wir gelernt haben

Compliance-Schnittstellen sind nie ein einmaliges Projekt. SORMAS bekommt regelmäßig Updates, Behörden konfigurieren ihre Instanzen unterschiedlich, neue Datenfelder kommen hinzu. Wir haben ein Test-Lab aufgebaut, das gegen drei verschiedene SORMAS-Versionen automatisiert validiert — bevor jeder Release auf den Kunden geht.

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